Allergologie

Allergologie

Allergische Erkrankungen werden immer häufiger. Fast jeder 5. Deutsche leidet mittlerweile unter einer Allergie und kennt die typischen Symptome der häufigsten allergischen Erkrankungen wie „Heuschnupfen“ (Gräserpollenallergie) oder Kontaktallergien der Haut, z.B. auf Modeschmuck und Jeansknöpfe (Nickelallergie).

Die Ursachen allergischer Erkrankungen sind bisher nur z.T. erforscht. Neben einer erblichen Veranlagung zu Allergien scheinen Faktoren aus unserem Lebensraum eine große Rolle zu spielen, die die Wissenschaftler heute als Hygienetheorie bezeichnen. Durch unseren modernen Lebensstil und übertriebene Hygiene sind bestimmte Teile unseres Immunsystems unterfordert, so dass unsere Abwehrkräfte sich gegen Stoffe aus der Umwelt richten, die unser Körper eigentlich problemlos vertragen sollte.

Neben der echten allergischen Reaktion, bei der unser Immunsystem die Hauptrolle spielt, kommt eine Vielzahl von weiteren Unverträglichkeitsreaktionen vor, die es gilt in der Facharztpraxis abzugrenzen. Als Beispiel seien Reaktionen auf bestimmte Medikamente oder Konservierungs- und Farbstoffe, sowie die Laktoseintoleranz genannt, bei der es sich um eine Verdauungsstörung und nicht um eine Allergie im engeren Sinne handelt. Zur sicheren Diagnose und klaren Unterscheidung dieser verschiedenen Arten von Beschwerden bieten wir in unserer Facharztpraxis alle gängigen allergologischen Methoden an.

Befragung des Patienten

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass 50% der Diagnose bereits durch die genaue Befragung des von einer Allergie betroffenen Patienten gestellt werden kann. Der Arzt ist daher besonders beim ersten Zusammentreffen mit dem Allergiepatienten auf dessen genaue Selbstbeobachtung angewiesen. Bitte machen Sie sich bereits im Vorfeld unseres ersten Treffens Gedanken darüber, welche Beschwerden Sie beobachtet haben, wie lange diese Beschwerden bestehen, welche Umstände zu einer Verbesserung oder Verschlechterung ihrer Beschwerden führen. Achten Sie z.B. auf jahreszeitliche Schwankungen Ihrer Beschwerden oder auf eine Zunahme von Problemen beim Aufenthalt in der freien Natur oder in der Wohnung. Haben Sie vielleicht immer wieder Verdauungsbeschwerden nach dem Genuss bestimmter Speisen (Obstsorten, Milchprodukte, Hühnerei)? Was hilft Ihnen am besten, wenn Sie unter diesen Beschwerden leiden?

Nach dem eingehenden Gespräch mit dem Patienten können wir meist eine Verdachtsdiagnose stellen, die dann durch weitere Untersuchungen bestätigt werden muss.

Allergiediagnostik

Neben der Befragung des Betroffenen stützt sich die Diagnose einer Allergie auf 3 wichtige Standbeine:
Mit Hilfe von Allergiehauttests können wird die Empfindlichkeit des Körpers auf bestimmte Stoffe nachweisen. Hierzu dient uns der sogenannte Pricktest, bei dem kleine Tröpfchen von Allergenen auf den Unterarm getropft und mit einer kleinen Nadel nahezu schmerzlos eingeritzt werden. Hierdurch gelingt es, Sensibilisierungen des Körpers, z.B. auf Pollen, Tierhaare, Hausstaub oder Nahrungsmittel, nachzuweisen.

Bei sogenannten verzögerten Allergien oder auch Kontaktallergien ist es notwendig Allergene in Form von Salben oder Pasten mit Hilfe von Pflastern für mehrere Tage auf die Haut zu kleben und nach 48 bzw. 72 Std. die Reaktion abzulesen. Hierdurch lassen sich z. B. Allergien gegen Salbengrundlagen, Kosmetika oder auch Nickel nachweisen.

Die zweite wichtige Säule unserer Untersuchungen stellen die Blutanalysen dar. Diese werden in unserer Praxis durchgeführt und erlauben uns, durch die Bestimmung sogenannter Antikörper die allergische Bereitschaft eines Menschen und auch die spezielle Empfindlichkeit gegen bestimmte Allergene nachzuweisen. Die Bestimmung der Blutwerte bei Allergien stellt jedoch nur einen wichtigen Punkt unter vielen diagnostischen Maßnahmen dar. Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich vor Anbietern warnen, die Ihnen z.B. im Bereich Nahrungsmittelallergien ein breites Spektrum von z.T. hunderten verschiedenen sogenannten Allergietests aus dem Blut anbieten, deren Wert unter Wissenschaftlern sehr umstritten ist und die Sie letztlich viel Geld kosten, da die Krankenkassen diese Messungen nicht übernehmen. Bitte sprechen Sie uns gerne an, bevor Sie solche aufwendigen Tests in anderen Labors durchführen lassen.

Provokationstest

Falls der Haut- und Bluttest zusammen mit der ausführlichen Befragung noch keine eindeutige Allergiediagnose erlaubt, werden Provokationstests mit abgeschwächten Allergenen in unserer Praxis durchgeführt. Hierzu dient uns meist die Nase als Provokationsort. Durch Messung der Nasenatmung vor und nach Einsprühen einer allergischen Lösung (z. B. Pollen oder Hausstaub) können wir beurteilen, ob der Patient wirklich auf die verdächtigen Allergene reagiert.
In manchen Fällen sind aufwendigere Provokationstests notwendig. Dies kann z.B. bei dem Verdacht auf eine Medikamentenallergie oder auch bei V.a. eine Allergie gegen Konservierungs- und Farbstoffe der Fall sein. Diese Provokationstests führen wir in der Regel in Kooperation mit örtlichen Krankenhäusern durch, da der Patient zu seiner eigenen Sicherheit während einer solchen Provokation unter ärztlicher Beobachtung bleiben muss.

Allergiebehandlung

Wenn die Diagnose einer Allergie gestellt wurde, geht es gemeinsam mit dem Patienten an die Behandlungsplanung. Der wichtigste Schritt bei der Behandlung einer Allergie besteht in der Vermeidung des auslösenden Allergens. Dies ist in Abhängigkeit vom betreffenden Allergen mal einfacher (Nickelallergie), mal schwieriger (Pollenallergie). Manchmal können bereits einfache Maßnahmen in der Wohnung dazu führen, dass allergische Beschwerden deutlich besser werden, z.B. bei einer konsequenten Hausraumsanierung, die Hausstaubmilben die Lebensgrundlage entzieht.

Wenn wir durch die Vermeidung und ggf. auch medikamentöse antiallergische Behandlung des Patienten keinen ausreichenden Erfolg erzielen, kommt die Möglichkeit einer Hyposensibilisierungsbehandlung in Betracht.

Hyposensibilisierung

Bei der Hyposensibilisierung handelt es sich um eine Behandlungsmethode, bei der wir versuchen, den Körper des Allergikers an ein bestimmtes Allergen zu gewöhnen. Durch die regelmäßige Behandlung mit abgeschwächten Allergenen kann man erreichen, dass der Körper eines Allergikers wieder toleranter gegenüber den unverträglichen Stoffen wird.

Hierzu ist es notwendig, die für den Patienten wichtigsten Allergene klar festzustellen, um ihm diese anschließend regelmäßig zu verabreichen. Die Verabreichung dieser Allergene kann auf unterschiedliche Art erfolgen. Ursprünglich kamen ausschließlich Spritzen in den Oberarm, welche in monatlichen Abständen über 3 Jahre gespritzt wurden zum Einsatz. Heute haben wir eine deutlich größere Palette von Behandlungsmöglichkeiten, die es uns erlaubt, für jeden Allergiker die richtige und angenehme Behandlungsform zu finden. So kann man bei Gräserallergikern z. B. mit Gräserlutschtabletten arbeiten, verschiedene andere Allergene liegen auch in Form von Tropfen vor, welche täglich unter die Zunge getropft werden können. Die Behandlung mit Spritzen ist ebenfalls vielseitiger geworden. Neben der klassischen ganzjährigen monatlichen Behandlung, gibt es auch sogenannte präsaisonale Behandlungsverfahren, bei denen wir nur einige Spritzen (4 – 8) vor Beginn z.B. der Baumpollensaison verabreichen.

Welche Behandlungsform für Sie in Betracht kommt, würden wir nach genauer Allergiediagnose individuell mit Ihnen besprechen.

Bei der Hyposensibilisierungsbehandlung müssen unbedingt einige wichtige Verhaltensregeln beachtet werden:

Zusammenfassung sinnvoller Hausstaubmilbensanierungsempfehlungen

für das Bett:

Für den Schlafraum

Zusätzlich für die Wohnung:

Tipps für Pollenallergiker

Abends vor dem Schlafengehen Haare waschen und die getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer ablegen.
Informieren Sie sich über die Pollenflugvorhersage täglich über die aktuelle Pollenbelastung.
Auf dem Land ist der Pollenflug in der Regel morgens am stärksten, in der Stadt abends.
Richten Sie auch Ihre Aktivitäten in der freien Natur nach diesem Rhythmus aus.
Halten Sie die Fenster zu den Hauptpollenflugzeiten möglichst geschlossen und schlafen Sie bei geschlossenem Fenster. Nutzen Sie wenn möglich, Pollengitter an Ihren Fenstern und lassen Sie Ihr Auto mit Pollenfiltern nachrüsten.
Schneiden Sie den Rasen in Ihrem Garten regelmäßig kurz.
Planen Sie Ihre Urlaube ggf. nach dem Pollenkalender. Pollenarm sind dabei Küsten- und Inselregionen, sowie das Hochgebirge. Vermeiden Sie Zigarettenrauch.

Pollenflugkalender und Kreuzallergietabelle

Hier können Sie sich unseren Pollenflugkalender ansehen oder als PDF-Datei herunterladen und ggf. ausdrucken.

Zudem bieten wir Ihnen eine Tabelle über Kreuzallergien an, die Sie sich ebenso als PDF-Datei herunterladen und ggf. ausdrucken können.

Team der Praxis Happel/Seefried